peter schneider 1965

Peter Schneider

Kameramann -  Regisseur - Produzent - Editor - Best Boy

Es war 1965 an einem Ostseestrand, als ich meinen ersten Kontakt zum Meer herstellte. Ich wagte mich damals "schon" bis ins knöcheltiefe Wassser hinein. Kniend senkte ich meinen Kopf bis die Wellen meine rote Taucherbrille umspülten. 
Die Beobachtungen die ich dort machte waren faszinierend und erschreckend zugleich. Meine Reaktion darauf ebenso.
" Haie, Haie, überall Haie ..." rief ich während ich von Strandkorb zu Strandkorb rannte (siehe Bild links).
Interessant ist, dass Haie offensichtlich die ersten Fische waren, deren Namen ich kannte. 



Peter Schneider

Kameramann - Regisseur - Produzent - Editor - Best Boy

Ich habe mich kaum verändert, ich weiss! 
Eine Kamera ist hinzu gekommen, sowie die Tauchausrüstung meines Partners Mares, die es mir heute erlaubt einen tieferen Blick unter die Wasseroberfläche zu werfen. 
Die Haie haben mich seither verfolgt, bzw. ich sie. Und wie damals lasse ich keine Gelegenheit aus von meinen Erlebnissen mit ihnen zu berichten. Nur hat sich meine Einstellung zu ihnen und deshalb auch der Tenor meiner Berichterstattung geändert. Viele der mehr als 500 Arten sind heute stark gefährdet. Leider sind sie nicht so grosse Sympathieträger wie Wale und Delfine. Deshalb ist es auch schwieriger für sie Mitgefühl zu erregen und Unterstützer zu gwinnen. 
Meine Anspruch ist es diese Tiere und die Natur im allgemeinen, in ihrer faszinierenden Schönheit darzustellen und hoffentlich mit meiner Bildsprache Menschen zu erreichen und zu bewegen. Jede Begegnung dort unten ist eine einzigartige Begegnung mit einer einzigartigen Kreatur und der Möglichkeit sich selbst in ihr, bzw. in ihrem Verhalten zu erkennen. Oft ertappe ich mich dabei, wie ich mich im stillen oder auch mit einer Geste bei dem Tier für eine Pose oder eine Interaktion bedanken. Ich bin unsäglich dankbar für das Privilleg diese Erfahrungen machen zu dürfen und empfinde es als Verplichtung sie mit der Welt zu teilen.




peter schneider 2017 by Raphael Studer
peter schneider 1965

Biografie

Geboren wurde ich auf der Insel Berlin, die einigen vielleicht auch noch unter dem Namen Berlin (West) bekannt ist. Meine Mutter hatte meine Reiselust offenbar schon vor meiner Geburt geahnt und ließ zwei Monate vor meinem ersten Schrei (nach Freiheit) sicherheitshalber noch schnell eine Mauer um die Stadt bauen.

Mein Stiefvater, der ab meinem vierten Lebensjahr begann, Einfluss auf mich zu nehmen, war im Gegensatz zu meiner Mutter allerdings enorm reiselustig und neugierig auf fremde Länder. So verzichtete er gern auf den Besitz eines Autos – was in der Mauerstadt ohnehin nicht wirklich notwendig war – und investierte sein hart verdientes Geld lieber in gemeinsame Reisen. An der Vermutung, dass Gene im Vergleich zur sozialen Konditionierung nur eine untergeordnete Rolle spielen, scheint also durchaus etwas dran zu sein.

Nach meiner ersten Haibegegnung in der Ostsee folgten einige Jahre der langsamen und bedächtigen Annäherung an das Wasser, denn zu dieser Zeit war ich eher wasserscheu als eine Wasserratte. Die Affinität zum nassen Element kam dann mit dem Freischwimmerschein und dem neu gewonnenen Selbstbewusstsein, mich aus eigener Kraft an der Oberfläche halten zu können.

Mein erstes Korallenriff durfte ich im Alter von zehn Jahren an der ostafrikanischen Küste erschnorcheln. Meine Eltern saßen derweil in einem Glasbodenboot, während ich darunter durchtauchte, um herauszufinden, wie Fische uns Menschen eigentlich sehen.